1970 bis 1991
Im Sommer 1970 übergab Georg Hofmann den Führungsstab des ASV an Xaver Gradl. Ursprünglich war von der neuen Verwaltung für 1971 eine 25-Jahr-Feier geplant. Aber die ASV-Führungsriege, die durch den inzwischen in Angriff genommenen Sportplatzausbau sehr beansprucht war, sah bald davon ab.
Das Spielfeld an der B85 war durch die ständige Beanspruchung arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Deshalb hat sich der ASV 1971 entschlossen, mit Zustimmung der Mitgliederhauptversammlung einen Ausweichplatz ausfindig zu machen, damit die stark strapazierte Kampfstätte erneuert werden konnte.
Bald darauf wurde eine Wiese gegenüber des Sportheims an der B85 gepachtet. Wegen seiner leichten Neigung wurde der Platz von den Spielern liebevoll ”Alm” genannt. Doch schon nach einigen Spielen stellte sich heraus, dass die Wiese auf längere Sicht hin als Spielfeld ungeeignet war. Deshalb sahen man sich gezwungen, etwas Neues zu erkunden. Der Pachtvertrag wurde rückgängig gemacht, das jetzige Spielfeld auf der Langgräfe auf Zeit erworben.
Die Vereinsmitglieder, vor allem die Aktiven, leisteten wieder unzählige Arbeitsstunden, um das Projekt ”Erneuerung des Spielfeldes” zu verwirklichen. Darüber hinaus wurde 1974 eine neue Flutlichtanlage installiert, die in der Folge den ganzen Platz an der B85 ausleuchtet. Erst im Juli 1975 wurde dieser im Rahmen eines Jugendpokalturniers seiner Bestimmung übergeben.
1970 begann die Ära größerer Vereinsausflüge und internationaler Begegnungen. Im August erzielte die 1. Mannschaft des ASV beim Heeres SV Wien ein 3 : 3-Unentschieden, 1971 verlor man in Amsterdam deutlich mit 3 : 0 Toren gegen Meervogels Akersloot. Im darauffolgenden Jahr kam der HSV Wien an Pfingsten als Gast zu einem Pokalturnier, unseren Sportverein führte im August eine Fahrt nach Radstadt in Österreich, wo die Spieler ihre Kräfte erneut mit einer niederländischen Mannschaft verglichen.
1973 besuchten wir wiederum die inzwischen allen lieb gewordenen Sportfreunde in Wien. Schon ein Jahr später konnten wir die Wiener noch einmal an Pfingsten zu einem Pokalturnier begrüßen. Im Juli wurden die ersten Freundschaftsbande mit dem FC Teutonia Hausen, einem Verein aus dem Raum Offenbach, geknüpft. Die Begegnungen der 1. und 2. Mannschaft arrangierte der gebürtige Michelfelder Günther Schwartz, der beim Hausener Sportverein noch immer eine führende Funktion einnimmt.
1975 verbanden unsere Fußballer ein Spiel in Hausen mit dem Besuch des Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande im Frankfurter Waldstadion, wo dem ASV Michelfeld mit Hilfe eines Transparentes zum Gruß der Nationalelf der erste Fernsehauftritt gelang.
Die 1. Mannschaft hatte in der Saison 1970/71 den 2. Platz in der Gruppenmeisterschaft belegt und dadurch den Aufstieg in die B-Klasse geschafft.
Ein neuer Trainer Jakob Kirzdörfer vom ASV Auerbach wurde verpflichtet. Dieses Mal hielt sich die Elf drei Jahre, dann stieg sie erneut ab.
Auf Initiative von Hans Felser wurde 1973 erstmals beim ASV eine E-Juniorenmannschaft ins Leben gerufen, die damit ein weiteres wertvolles Fundament der Sparte Fußball bildete.
Im Spieljahr 1974/75 gelang der Jugendmannschaft des ASV unter Spielleiter Josef Herrmann und Trainer Werner Nürnberger das Kunststück, ungeschlagen Gruppensieger und anschließend Kreismeister zu werden.
Durch die Anregung mehrerer Damen ergriffen im Frühjahr 1975 die Schwestern Dora Haberberger und Hilde Zinner die Initiative und eröffneten im Einvernehmen mit der Verwaltung die Damengymnastikriege des ASV.
In der Saison 1975/76 bescherte die 1. Mannschaft dem ASV selbst das größte Geschenk zum 30jährigen Gründungsfest. In überlegener Manier holte sie sich souverän den Meistertitel der C-Klasse und hatte nach zweijähriger Abstinenz wieder den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse perfekt gemacht.
Um so ausgelassener war nach diesem Erfolg der Fußballer dann auch die Stimmung im Festzelt bei den viertägigen Feierlichkeiten im Mai 1976 zum 30-jährigen Jubiläum des ASV. Neben mehreren Fußballturnieren stand die Unterhaltung im Festzelt mit mehreren namhaften Musikkapellen im Blickpunkt der Öffentlichkeit.
Nahezu sensationell schaffte die 1. Mannschaft unter Trainer Jakob Kirzdörfer gleich in ihrer ersten Saison in der B-Klasse den Durchmarsch. Obwohl der Klassenerhalt das erklärte Ziel war, stieg die Truppe um Kapitän Josef Merkl als Tabellenzweiter in die A-Klasse (heute Kreisliga) auf.

C-Klassenmeister 1976
Stehend v.l.: Trainer Jakob Kirzdörfer, Josef Merkl, Hans Schreglmann, Werner Buchmann, Karl-Heinz Kugler, Georg Buchfelder, Heinrich Kroher, Karl Merkl, Betreuer Richard Hofmann
Kniend v.l.: Kurt Linhardt, Helmut Köferl, Horst Kraus, Reinhold Nürnberger, Hubert Buchmann
Erstmals fand 1977 ein „Michelfelder Sportfest” statt. Grundidee war die nicht mehr aktiven oder auch passive Mitglieder zu sportlicher Betätigung anzuregen. Dass daraus in Michelfeld fast kleine Volksfeste wurden, hatten die Initiatoren Josef Merkl und Anton Kaiser nicht ahnen können. Beim Turnier der vier Ortsteilmannschaften mit den abenteuerlichen Namen „Old Grand Dad Kickers“, „Vorort Rowdies”, „Wald- und Wies`n Klopfer“ und „City Hammers“ siegten die „Old Grand Dad Kickers“.
In der ersten A-Klassensaison machten die jungen Himmelsstürmer vom ASV Michelfeld gleich Furore. Am zweiten Spieltag war man Tabellenführer. Manch altetablierte Pegnitzgrundmannschaft musste gegen den Neuling Federn lassen und ein respektabler siebter Tabellenplatz war am Ende der Spielzeit der verdiente Lohn.
Das 2. Michelfelder Sportfest sah die „Wald- und Wies’n-Klopfer“ als Gewinner.
Einen guten 3. Tabellenplatz belegte der ASV am Saisonende 1978/79.
Beim dritten Michelfelder Sportfest brachte die brasilianische Studentenmannschaft von „Mackenzie Sao Paulo“ internationales Flair in die Langgräfe. Im Festzelt fühlte man sich in den Karneval von Rio versetzt.
Den Pokal der Ortsteilmannschaften konnten sich die „Vorort Rowdies” sichern.
Bei der erstmals ausgetragenen Fußball-Stadtmeisterschaft reichte es für den ASV Michelfeld zum Vizemeister.
In der Spielzeit 1979/80 übernahm Manfred Geismann das Traineramt und führte die 1. Mannschaft auf den 9. Tabellenplatz. Bei der zweiten Fußballstadtmeisterschaft in Welluck gewann die Mannschaft zum ersten Mal die begehrte Trophäe.

Pokalübergabe bei der Stadtmeisterschaft 1980
Stehend v.l.: Bürgermeister Hanni Haberberger, Josef Merkl, Herbert Ziegler, Hubert Buchmann, Reinhard Lehner, Heinrich Kroher, Karl Merkl, Siegfried Raß, Erhard Raß, Ulli Denk, Schirmherr Gerhard Bahr
Kniend/liegend v.l.: Peter Müller, Günther Ziegler, Karl Polster, Werner Gebhardt
Die C-Jugend wurde zunächst ungeschlagen Meister ihrer Gruppe und sicherte sich dann sogar noch den Kreismeistertitel.
Unter der Leitung von Dora Haberberger trat erstmals eine Damengarde des ASV, bestehend aus Aktiven der Damengymnastikgruppe, beim traditionellen Sportlerball auf. Diese Tanzgruppe war somit praktisch der Vorläufer der jetzigen Garde der ASV-Faschingsgesellschaft.
Mit Adolf Schertl als Trainer belegte die 1. Mannschaft den 8. Platz in der Endabrechnung der Spielzeit 1980/81.
Beim vierten Michelfelder Sportfest gingen die „Old Grand Dad Kickers“ als Sieger hervor. Elf Jahre sollte es danach dauern, bis das Sportfest mit dem Turnier der Ortsteilmannschaften wiederbelebt wurde.
In der Saison 1981/82 geriet der ASV mit seiner Mannschaft erstmals akut in Abstiegsgefahr. Letztendlich reichte es noch zu einem optisch guten 10. Tabellenplatz.
1982 folgte nach mehrjähriger Pause wieder ein Besuch bei den Sportfreunden vom FC Teutonia Hausen zu deren 75jährigen Vereinsjubiläum.
In der Mitgliederhauptversammlung wurde beschlossen, die vorhandenen Sportanlagen zu modernisieren und am Platz an der Langgräfe einen Sportheimneubau zu erstellen. Dies sollte eine der größten Aufgaben des Vereins in seiner Geschichte werden.
Unter der Federführung der Vorstände Xaver Gradl, Alois Weiss und vor allem Hans Hofmann wurde Planung und Genehmigungsverfahren vorangetrieben. Der Rohbau des Sportheimes wurde in Angriff genommen, die bestehenden Umkleidekabinen saniert, die Umzäunung des B-Platzes erneuert und am A-Platz neu errichtet.
Sportlich dagegen spielte die 1. Mannschaft wieder gegen den Abstieg, wurde aber im letzten Moment vom neu verpflichteten Trainer Günther Geismann ”gerettet”.
In der Saison 1983/84 war das Prunkstück des Vereins die A-Juniorenmannschaft, die das Kunststück fertig brachte, Meister ihrer Gruppe zu werden und den Kreismeistertitel nach Michelfeld zu holen. Verbunden damit war der Aufstieg in die Kreisliga.
Für die 1. Mannschaft hieß es in dieser Saison lange zittern bis der Klassenerhalt geschafft war. Erst durch ein Relegationsspiel in Hersbruck gegen den SV Altensittenbach (2 : 1) konnte man dem Abstieg entrinnen.
Bei der Stadtmeisterschaft im Fußball gab es wieder einen 2. Platz.
1984 konnte beim Sportheim der Rohbau fertig gestellt und der Innenausbau in Angriff genommen werden.
Unter der Regie der Eheleute Annemarie und Herbert Schätzlein reiste der ASV bei einem Vereinsausflug nach Mittersill.
Die erste vereinsinterne Tischtennismeisterschaft sah Dieter Hofmann unangefochten als Sieger.
Unter Ludwig Voh und Josef Herrmann wurde die C-Jugendmannschaft in der Spielzeit 1984/85 ungeschlagen Meister ihrer Gruppe und Kreismeister, was ihnen sogar einen Bericht im Sportmagazin ”Kicker“ einbrachte.

C-Junioren Kreismeister 1985
Stehend v.l.: Trainer Ludwig Voh, Bernhard Speckner, Stefan Zinner, Bernd Raß, Rainer Buchmann, Alexander Winkler, Lothar Schätzlein, Betreuer Thomas Ziegler
Kniend v.l.: Markus Haberberger, Alexander Kroher, Isci Aydin, Volker Buchmann, Jürgen Schmiedl
Die 1. Mannschaft erreichte einen sorgenfreien 7. Tabellenplatz, bei der Stadtmeisterschaft allerdings trotz Heimvorteils wieder nur den bekannten 2. Platz.
1985 wurden die Umkleide- und Duschräume im neuen Sportheim fertig gestellt.
Nach über 10jähriger Leitung übergab Dora Haberberger die Leitung der Damengymnastikabteilung an Ingrid Buchfelder.
Sein 40-jähriges Gründungsfest feierte der ASV Michelfeld vom 29. Mai bis 1. Juni 1986. Trotz zum Teil miserablen Wetters durfte Vorstand Xaver Gradl wieder zahlreiche Ehrengäste in Michelfeld begrüßen. Einer der Höhepunkte war sicherlich neben den Fußballturnieren der Festzug von der Pfarrkirche zum Gelände in der Langgräfe.
In zehnten Jahr A-Klasse (Spielzeit 1986/87) belegte die 1. Mannschaft einen 8. Platz. Die Reservemannschaft sicherte sich die Vizemeisterschaft. Größter Erfolg im Jugendbereich war die Stadtmeisterschaft der A-Junioren.
Auf Idee von Karl Merkl inszenierte der ASV am 16. Januar 1988 um 20.11 Uhr erstmals seine „Michelfelder Prunksitzung” mit Hermann Stauber als Sitzungspräsidenten. Der Zuspruch war so groß, dass kurzerhand eine zusätzliche Sitzung organisiert wurde. Die Regentschaft hielten Prinz Dieter I. und Ihre Lieblichkeit Sabine I. (Dieter Hofmann und Sabine Merkl). Höhepunkte der Prunksitzungen waren u.a. „Die Kreuzbaumsänger”, „Der Bayerische Sepp” und „Die Modenschau”.
1988 qualifizierten sich die Fußballer des ASV Michelfeld erstmals für die Hallenkreismeisterschaft in Lauf. Dort wurde ein respektabler 4. Platz belegt.
Unter Trainer Manfred Kretschmer schloss die erste Mannschaft die Punkterunde 1987/88 mit dem 5. Platz ab.
Im Juni führte ein Vereinsausflug die ASV-Familie wieder einmal in die Donaumetropole Wien.
Anlässlich der Sportplatzkirwa erfolgte die feierliche Einweihung des Sportheimneubau und die offizielle Übergabe der Räumlichkeiten an die Sportler.

Prunksitzung 1988: „Die Kreuzbaumsänger“
v.l.: Fred Wolf, Horst Schmirler, Erwin Rühr
Beim ASV-Faschingsball 1989 inthronisierte die FG Klaus I. und Elke I. (Klaus Lindner und Elke Kothe) als Prinzenpaar. Unter ihrer Regentschaft wurden auch die zweite Auflage der Michelfelder Prunksitzungen – u.a. mit den herausragenden „Los Hirschgweihos” – wieder zu einem vollen Erfolg und Höhepunkt im Michelfelder Fasching.

Prunksitzung 1989: „Los Hirschgweihos“
v.l.: Franz Riedhammer, Hermann Stauber, Werner Nürnberger, Günter Neuber, Ludwig Riedhammer
Die erste Mannschaft qualifizierte sich erneut für die Hallenkreismeisterschaft in Lauf. Die Freiluftsaison brachte einem guten 4. Platz; die Reserve wurde Dritter.
Auf Initiative von Hans Beyer schickte der ASV in der Saison 1989/90 erstmals eine D-Jugendmannschaft in den Spielbetrieb, die einen weiteren Baustein in der nunmehr intensivierten Jugendarbeit des ASV darstellte.
Als närrische Tollitäten für den Michelfelder Fasching 1990 wurden Lothar I. und Silvia I. (Lothar Denk und Silvia Gansen) eingesetzt. Der Run auf die Karten für die Prunksitzungen des ASV war so groß, dass insgesamt vier Sitzungen veranstaltet wurden. Schon früh um 5.30 Uhr stellten sich faschingsbegeisterte Bürger nach Karten vor der Sparkasse an, obwohl diese erst mit Öffnung der Bank ab 8 Uhr an die wartenden Interessenten abgegeben wurden.
„Die Meikelfield Caribian Raggy Sound Band”, „Die Kreuzbaumsänger” mit einem selbstangefertigten Trabbi oder beispielsweise die „Dingsda”-Aufführung waren Garant für die vielumjubelten Prunksitzungen.

Prunksitzung 1990: „Dingsda“
v.l.: Josef Höllerl, Susi Deiml, Thomas Ziegler
Auch unsere Fußballer schlossen das Spieljahr mit sehr guten Ergebnissen ab: Die 1. Mannschaft erreichte erneut einen 4. Tabellenplatz. Die Reservemannschaft sichert sich sogar die Vizemeisterschaft.
Einen besonderen Leckerbissen servierte 1990 die Sportplatzkirwa unseren Besuchern: Die Traditionsteams des TSV 1860 München und des FC Magdeburg, die sich mit einigen altinternationalen Fußballern in der Langgräfe präsentierten, brachten einen Hauch von Spitzenfußball nach Michelfeld.
In der Spielzeit 1990/91 übernahm Wolfgang Schadly das Traineramt. Mit einer Siegesserie nach der Winterpause brachte die 1. Mannschaft das Kunststück fertig, sich vom letzten Platz auf den 6. Platz zu verbessern.
Prinz Achim I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Kerstin I. (Achim Zinner und Kerstin Kugler) übernahmen 1991 im Fasching das Kommando. Die Prunksitzungen wurden wieder zu einem herausragenden Ereignis. Mit Simone Lindner präsentierte die FG des ASV erstmals ein eigenes Tanzmariechen. Noch heute sind zudem die Auftritte der „Ranger Fiver”, des „Seppman” oder des „Kitchen-Climbers“ Jalas in guter Erinnerung.

Prunksitzung 1991: „Kitchen-Climbing“
Thomas Ziegler




Schreibe einen Kommentar