Interview der Woche: ASV-Coach favorisiert sportliche Lösung

Fußball-Spielertrainer eigentlich gegen BFV-Alternativen A und B – nach Trainingsstart: Starke Aussagen im Interview

Michelfeld (obl)
Der ASV Michelfeld arbeitet derzeit fleißig an einigen Themen – auf und neben dem Platz, vor und hinter den Kulissen. Die Kicker der 1. und 2. Mannschaft erlebten in der gerade abgelaufenen Woche einen ungewöhnlichen, aber sportlich positiven Auftakt nach einer langen Pause.

Der landesligaerfahrene Christian Ringler (39) ist seit 1. Juli 2019 Spielertrainer bei den Gelb-Blauen, konnte aber in der „Corona-Saison 2019/21“ in bisher mehr als 22 Monaten nur 18 von 30 Punktspiele mit seiner ambitionierten und überdurchschnittlich guten Kreisklassen-Mannschaft absolvieren. Am Freitagabend nach dem Training beantwortete er vier Fragen für die Serie „Interview der Woche“.

Am Dienstag, 11. Mai fand das erste Team-Training nach über sechs Monaten Pause (Lockdown seit 1. November) statt – und entsprechend „heiß“ waren die ASV-Fußballer auf die Teilnahme an der ersten gemeinsamen Einheit. Sage und schreibe 32 Spieler standen am Platz. Beim Freitag-Termin waren es immerhin 21 Registrierte.

Der Vorstand Sport des ASV Michelfeld Thomas Gsell gab am Samstag bekannt, dass der Verein auf einer Wellenlänge mit der grundsätzlichen Einschätzung von Spielertrainer Christian Ringler zum Thema BFV-Vereins-Umfrage ist. Kreisklassist Michelfeld wird am Voting teilnehmen und hat sich für die Variante A festgelegt. Der ASV wird voraussichtlich den demokratischen Mehrheitsbeschluss aller stimmberechtigten 3695 Vereine in Bayern (die eine Herren- oder Frauenmannschaft im Spielbetrieb haben) akzeptieren. Das Abstimmungs-Ergebnis wird am Dienstagabend, 18. Mai oder spätestens am Mittwoch, 19. Mai vormittags unter www.bfv.de bekanntgegeben.

Der Sieben-Tages-Inzidenzwert im einheimischen Landkreis Amberg/Sulzbach lag beim
Interview-Termin am Freitag, 14. Mai bei 64,0 (seit 16 Tagen in Folge unter 100), in Bayern bei 95,3 und in Deutschland bei 96,5. An Fußball-Training und Spielbetrieb ist, gemäß Öffnungsmatrix der Bundesregierung (vom 3. März), erst ab einem Wert unter 100 beziehungsweise unter 50 zu denken …


Guten Tag Herr Ringler,
Servus Coach Christian,
Wie war die Resonanz beim „freiwilligen“ Trainingsauftakt der 1. und 2. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld in dieser Woche am Dienstag und Freitag (11./14. Mai) hinsichtlich Anzahl der teilnehmenden Spieler und Stimmung/Motivation nach fast sechseinhalbmonatiger Corona-Zwangs-Pause?
Christian Ringler: Fantastisch mit über 30 Spielern. Auf Grund der Vorschriften war es zwar ein riesen Aufwand, welchen das Funktions- und Trainerteam bewerkstelligen musste. Zum bereits vorliegenden sehr guten Hygienekonzept kamen dann noch das Thema „Tests“ dazu. Großes Lob an die Jungs, sie nehmen hier auch Kosten auf sich, um einfach in der Gemeinschaft dabei sein zu können. Ohne tagesaktuellen negativen Test mit Info an mich, ist kein Trainingsbesuch möglich. 

Wurde gemäß den derzeitigen Regeln in Kleingruppen (ohne Kontakt) oder unbegrenzt (mit Kontakt) trainiert und waren alle anwesenden Trainer sowie teilnehmenden Spieler tagesaktuell getestet?
Christian Ringler: Wir haben in den ersten Einheiten alle Plätze am ASV-Gelände in Beschlag genommen, um in Kleingruppen den nötigen Abstand einhalten zu können. Ohne diese Top- Gegebenheiten wäre dies alles nicht möglich. Ohne tagesaktuellen Test darf das Gelände nicht betreten werden – plus Kleingruppentraining mit Abstand. Training nur mit Ball, hat aber noch keinen Vorbereitungscharakter. Nur einfach Spaß mit Ball ist die Vorgabe.

Wann rechnen Sie mit einem Start der neuen Saison 2021/22 – dann retrograd idealerweise mit fünf bis sechs Wochen konkreter Vorbereitungszeit? Bis zu diesem Tag X (offizieller Trainingsauftakt) würde dann wohl das bisherige „freiwillige“ Training angeboten werden, quasi als „Vorbereitung zur Vorbereitung“ …
Christian Ringler: Ist aktuell alles leider soweit weg und das müssen andere Leute entscheiden. Wichtig ist, dass wir alle gut aus der Pandemie rauskommen und gesund bleiben. Sport in der Gemeinschaft ist für jede Person wichtig ganz egal ob Fußball, Tennis oder Human. Da gibt es etliche Angebote. Wir durchleben alle gerade eine extrem schwere Zeit mit diversen Vorgaben und da ist es extrem wichtig auch einfach mal abschalten zu können. Den Spaß in der Freizeit wollen wir den Jungs einfach bieten, solange wir es auch dürfen. 

Der ASV Michelfeld ist mit seiner 1. Mannschaft Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund und mit seiner „Zweiten“ Zehnter in der A-Klasse 4. Der Bayerische Fußball-Verband hat am Donnerstag, 6. Mai nach einer BFV-Vorstandssitzung bekanntgegeben, dass er vom 14. bis 18. Mai, 10 Uhr eine Online-Umfrage unter allen rund 4500 Vereinen in Bayern (jeder hat einer Stimme) durchführen wird wie die abgebrochene Saison 2019/21 nun gewertet wird. Wird der ASV Michelfeld (nach erfolgter interner Rücksprache mit dem dafür zuständigen ASV-Vorstand Sport Thomas Gsell) für die Abstimmungs-Alternative A (Quotientenregel gemäß §93 SpO, mit direkte Auf- und Absteiger, keine Relegation) oder B (auch die Tabellenzweiten steigen auf, keine Absteiger, womöglich neuer Spielmodus mit geteilte Ligen wie zum Beispiel Herbstrunde und danach Play-Offs um Aufstieg/Play-Downs um Abstieg ab Frühjahr) stimmen und welche persönliche Meinung haben Sie als Trainer zu diesem Thema?
Christian Ringler: Diese Frage werden meine Vorgesetzten beantworten. Sie kennen meine Meinung bereits, wir tauschen uns da regelmäßig aus. Ich persönlich steige lieber auf oder ab, wenn ich es sportlich austragen kann. Ich bin kein Freund von Entscheidungen am Tisch oder per Losverfahren. Man arbeitet das ganze Jahr (jetzt bereits zwei Jahre) auf ein Ziel hin und dann heißt es, ich steige auf oder ab auf Grund eines Quotienten. Besonders bei einem Aufstieg ist das Geilste die Feier mit allen, die dem Verein nahe stehen. 

Vielen Dank für das Interview.


Info-Box:
In der schon sechseinhalbmonatigen „Winterpause“ (seit Anfang November bis inzwischen 16. Mai) kommen in einer wöchentlichen Serie abwechselnd ein Spieler der 1. und dann der 2. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld (in beiden Teams wurden in dieser Saison 2019/21 insgesamt schon 42 verschiedene Spieler eingesetzt) zu Wort. Diese erhalten jeweils die gleichen vier Fragen zur Beantwortung – interessant zwecks Vergleichbarkeit der Aussagen zum gleichen Thema. Um den „Kontakt“ mit den aktiven Fußballern des Vereins nicht zu verlieren und die lange Winterpause nicht langweilig werden zu lassen, haben wir für asv-michelfeld.de regelmäßig einen Spieler zur aktuellen Lage befragt. Nach Daniel Meier, Mathias Trenz, Thomas Hofmann, Lukas Schleicher, Maximilian Zerreis, Fabian Ziegler, Lukas Knappik, Andreas Leissner, Manuel Lehner, Nicolas Bauer, Fabian Friedl, Benedikt Schindler, André Bachmann, Andreas Beyer, Silas Looshorn, Simon Zerreis, Devit Akdemir, Marco Wöhrl, Simon Schwendner und Daniel Siegler kam zuletzt Maximilian Gsell (als Gesprächspartner Nummer 21 in der 2. Lockdown-Phase) im Interview zu Wort.

Seit Ende März (KW 13, 29. März bis 4. April) läuft eine neue Serie „Interview der Woche“ – Zielgruppe dann: Abwechselnd Trainer, Betreuer und Funktionäre des ASV Michelfeld sowie der SG Auerbach (Juniorenfußball/männlich). Diese ist geplant bis zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs – was nun in dieser Woche (KW 19, 10. bis 16. Mai) endlich geschehen ist. Nach Kathrin Gsell, Thomas Kohl, Kevin Hudert, Karl Merkl, Thomas Gsell, Bernhard Schubert und Ralf Tetzeli von Rosador ist abschließend nun Christian Ringler an der Reihe.

Übrigens: Die Serie „Interview der Woche“ gab es bereits in der ersten coronabedingten Spielpause vom 23. März bis 28. Juli 2020 mit Spielern, Funktionären und Mitgliedern des ASV Michelfeld – siehe www.asv-michelfeld.de unter „Aktuelles“.

obl.

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