Interview der Woche: Mehr als nur ein Funktionärsjob

Ex-Pegnitzer erzählt über seine Fußball-Leidenschaft – Spielleiter mit langen Nachnamen im Interview

Michelfeld (obl)
Der relativ große „Dorfverein“ ASV im Auerbacher Ortsteil Michelfeld (1229 Einwohner, 533 Mitglieder in drei Abteilungen zum 1. Januar 2021) hat einige fleißige und sachkundige Verantwortliche in seinen Reihen. Ein „zugereister“ Mann engagiert sich mit Herzblut in der Abteilung Fußball der Gelb-Blauen.

Gerade jetzt in der Noch-Pandemie-Zeit, in der Übergangsphase vom Lockdown mit bereits einigen Erleichterungen hin zum anvisierten „Normalbetrieb“, ist die Arbeit an der Basis und regelmäßige Kommunikation unter allen Beteiligten und Interessierten sehr wichtig.

Ralf Tetzeli von Rosador ist seit 1. Oktober 2009 Mitglied beim ASV Michelfeld. Er wechselte damals als Ralf Axmann (nach Heirat nahm er den Nachnamen seiner Frau an) vom FC Pegnitz zu den Gelb-Blauen und war dann einige Jahre in der Zweiten Mannschaft und AH des ASV am Ball. Seit inzwischen einem Jahrzehnt ist der inzwischen 46-Jährige im Funktionsteam des traditionsreichen oberpfälzer Kreisklassisten (75 Jahre, gegründet 1946) nicht wegzudenken, zumal er seit fast zweieinhalb Jahren in Michelfeld wohnt.

Seit Dienstag, 11. Mai ist der ASV Michelfeld mit seinen zwei eigenständigen Herrenteams zumindest wieder im Trainingsbetrieb – was ihn aus mehreren Gründen freut. Am Samstag, 15. Mai nimmt Ralf Tetzeli von Rosador als Vereinsvertreter an der BFV-Online-Konferenz „Info-Veranstaltung zum Saison-Abbruch für Vereine des Bezirks Mittelfranken ” teil.

Der Sieben-Tages-Inzidenzwert im einheimischen Landkreis Amberg/Sulzbach lag beim
Interview-Termin am Mittwoch, 12. Mai bei 71,8 (seit 14 Tagen in Folge unter 100), in Bayern bei 106,6 und in Deutschland bei 107,8. An Fußball-Training und Spielbetrieb ist, gemäß Öffnungsmatrix der Bundesregierung (vom 3. März), erst ab einem Wert unter 100 beziehungsweise unter 50 zu denken …


Guten Tag Herr Tetzeli von Rosador,
Servus Ralf,
Der ASV Michelfeld ist mit seiner 1. Mannschaft Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund und mit seiner „Zweiten“ Zehnter in der A-Klasse 4. Der Bayerische Fußball-Verband hat am Donnerstag, 6. Mai nach einer BFV-Vorstandssitzung bekanntgegeben, dass er vom 14. bis 18. Mai eine Online-Umfrage unter allen rund 4500 Vereinen in Bayern (jeder hat einer Stimme) durchführen wird wie die abgebrochene Saison 2019/21 nun gewertet wird. Wird der ASV Michelfeld (nach erfolgter interner Rücksprache mit dem dafür zuständigen ASV-Vorstand Sport Thomas Gsell) für die Abstimmungs-Alternative A (Quotientenregel gemäß §93 SpO, mit direkte Auf- und Absteiger, keine Relegation) oder B (auch die Tabellenzweiten steigen auf, keine Absteiger, womöglich neuer Spielmodus mit geteilte Ligen wie zum Beispiel Herbstrunde und danach Play-Offs um Aufstieg/Play-Downs um Abstieg ab Frühjahr) stimmen und mit welcher persönlichen Meinung?
Ralf Tetzeli von Rosador: Von Vereins-Seite ist die Abstimmungs-Entscheidung bisher noch nicht bekannt. Mir wäre die Variante B am liebsten (meine persönliche Meinung), da ich der Meinung bin, das wir das nach ganz passabler Leistung es verdient hätten aufzusteigen. Wir haben einen sehr großen Kader und genug Potenzial, um in der Kreisliga zu bestehen.

Wann rechnen Sie mit einem Re-Start der neuen Saison 2021/22 – womöglich mit flexiblen und innovativen Regelungen? Der erfahrene Kreisspielleiter Max Habermann hatte schon immer gute Ideen … 🙂
Ralf Tetzeli von Rosador: Ich hoffe das wir die kommende Saison vielleicht schon ein bisschen früher beginnen könnten, falls doch noch was Unvorhersehbares kommen sollte, wir genug Puffer hätten, um die Saison gut zu Ende spielen zu können. Ich vertraue da ganz auf unseren Kreisspielleiter.

Der Trainings- und Spielbetrieb ruht seit über sechs Monaten. Das letzte ASV-Punktspiel fand am Sonntag, 18. Oktober vor 100 Zuschauern in Michelfeld gegen die SG SV Kleinsendelbach/SV Hetzles statt und endete mit einem 2:0-Heimsieg. Wie sehr vermissen Sie den Amateurfußball?
Ralf Tetzeli von Rosador: Mir fehlt der Fußball schon sehr – am Sonntag momentan nicht auf dem Platz stehen zu können, um unsere Mannschaft anzufeuern. Es ist schön, dass wir wenigstens mal wieder trainieren dürfen. Unsere Jungs sind schon ganz heiß drauf und ich hätte am Sonntag mal wieder eine Aufgabe. Es ist nämlich ganz schön öde momentan.

Sie sind seit inzwischen zehn Jahren (zwei Jahre als Betreuer und acht als Spielleiter der 1. Mannschaft) erfolgreich im Funktionsteam der beiden Fußball-Herrenteams des ASV Michelfeld aktiv. Als Extra-Aufgabe (quasi als Service für die Fans, die nicht vor Ort dabei sind) übernehmen Sie bei jedem Spiel der „Ersten“ den BFV-Live-Ticker. Woraus schöpfen Sie ihre Motivation und Kraft und welche Ziele haben Sie noch in den kommenden Jahren?
Ralf Tetzeli von Rosador: Damals wie ich zum ASV Michelfeld gekommen bin, wurde ich sehr herzlich aufgenommen und hab mich gleich pudelwohl gefühlt, als wenn ich schon immer da gespielt hätte.  Es ist einfach ein Super- Gefühl, ein Teil der Mannschaft zu sein. Leider musste ich meine  Fußballschuhe an den Nagel hängen, wie man so schön sagt und mir war es mir nicht mehr möglich wegen meiner Krankheit weiter aktiv zu sein. Wie ich damals das Amt als Spielleiter übernommen habe, war es erst einmal nur für ein Jahr und nach und nach wurden es dann mehr. Danken möchte ich natürlich auch meiner Frau, die sich damit abgefunden hat, dass ich das Amt weiterhin ausführen möchte. Trotzdem bin ich froh, abseits vom Platz für die Mannschaft da zu sein und sie sich auf mich verlassen können. Ich hoffe natürlich mit tatkräftiger Unterstützung mein Amt als Spielleiter der Vollmannschaften solange wie möglich weiter ausüben zu können. Und vielleicht ist es eines Tages mal dafür bestimmt nebenbei noch was anderes zu machen. Eins ist auf jeden Fall gewiss: Dass ich jeden Sonntag bei der Mannschaft dabei bin und den Live-Ticker machen kann.

Vielen Dank für das Interview.


Info-Box:
In der schon sechseinhalbmonatigen „Winterpause“ (seit Anfang November bis inzwischen 12. Mai) kommen in einer wöchentlichen Serie abwechselnd ein Spieler der 1. und dann der 2. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld (in beiden Teams wurden in dieser Saison 2019/21 insgesamt schon 42 verschiedene Spieler eingesetzt) zu Wort. Diese erhalten jeweils die gleichen vier Fragen zur Beantwortung – interessant zwecks Vergleichbarkeit der Aussagen zum gleichen Thema. Um den „Kontakt“ mit den aktiven Fußballern des Vereins nicht zu verlieren und die lange Winterpause nicht langweilig werden zu lassen, haben wir für asv-michelfeld.de regelmäßig einen Spieler zur aktuellen Lage befragt. Nach Daniel Meier, Mathias Trenz, Thomas Hofmann, Lukas Schleicher, Maximilian Zerreis, Fabian Ziegler, Lukas Knappik, Andreas Leissner, Manuel Lehner, Nicolas Bauer, Fabian Friedl, Benedikt Schindler, André Bachmann, Andreas Beyer, Silas Looshorn, Simon Zerreis, Devit Akdemir, Marco Wöhrl, Simon Schwendner und Daniel Siegler kam zuletzt Maximilian Gsell (als Gesprächspartner Nummer 21 in der 2. Lockdown-Phase) im Interview zu Wort.

Seit Ende März (KW 13, 29. März bis 4. April) läuft eine neue Serie „Interview der Woche“ – Zielgruppe dann: Abwechselnd Trainer, Betreuer und Funktionäre des ASV Michelfeld sowie der SG Auerbach (Juniorenfußball/männlich). Diese ist geplant bis zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs – was nun in dieser Woche (KW 19, 10. bis 16. Mai) endlich geschehen ist. Nach Kathrin Gsell, Thomas Kohl, Kevin Hudert, Karl Merkl, Thomas Gsell und Bernhard Schubert ist nun Ralf Tetzeli von Rosador an der Reihe. Ende dieser Woche folgt abschließend noch eine weitere interessante Person als Interview-Partner.

Übrigens: Die Serie „Interview der Woche“ gab es bereits in der ersten coronabedingten Spielpause vom 23. März bis 28. Juli 2020 mit Spielern, Funktionären und Mitgliedern des ASV Michelfeld – siehe www.asv-michelfeld.de unter „Aktuelles“.

obl.

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